Lexikon

Kleines Nachschlagewerk des Karnevals/Faschings – für alle, die es genau wissen wollen – kurz und bündig!

  

   
Was ist der Unterschied zwischen „Karneval“ und „Fasching“?

 

Karneval

 

Lateinisch: „carne vale" = „Fleisch, lebe wohl" im Hinblick auf das Fleischverbot in der bevorstehenden Fastenzeit. Es gibt allerdings eine Vielzahl mutmaßlicher Definitionen.

 

Fasching

 

Hochdeutsch: „Fa-" geht auf Fasten zurück, und „-sching" kommt von „schang" = Schank – also der letzte Ausschank von Alkohol vor der strengen Fastenzeit. „Fasching“ wird u. a. in Bayern, Sachsen, Brandenburg und im Norddeutschen als Synonym für Karneval verwendet.

 

Fastnacht

 

Althochdeutsch: nächtlicher Unfug aus Freude über den kommenden Lenz zur Vertreibung von Angst vor Kälte und Krankheit. Es handelt sich ursprünglich um ein Vorfrühlingsfest.

 

Fazit

 

Alle 3 Begriffe sind regional verschiedene Bezeichnungen und meinen das ausgelassene Frönen von Speis und Trank vor der Fastenzeit. Der Karnevalist gibt sich vor dem Aschermittwoch der Fröhlichkeit und Lebensfreude hin.

     
   
Worin unterscheiden sich „Narr“ und „Jeck“?

 

Narr

 

Althochdeutsch: „narro" = durch Unvernunft auffallender Mensch und Spaßmacher.

 

Jeck

 

Rheinische Aussprache und Schreibweise für „Geck“. Hofnarren wurden im 14. Jahrhundert "Gecken" genannt - deren Nachfahren die karnevalistischen „Jecken“ sind.

 

Fazit

 

Beide Ausdrücke betiteln das Gleiche: den Menschen in der 5. Jahreszeit.

     
   
Was ist der Unterschied zwischen „Alaaf“ und „Helau“?

 

Alaaf

 

Kölsch: „all af" = „all ab". Folglich bedeutet „Kölle alaaf" „Köln vorab, vor allen oder vor allem anderen“ und wird ausschließlich im Kölner Karneval verwendet.

 

Helau

 

Herkunft: unbekannt. Wahrscheinlich von „Halleluja“ oder auch „Hölle auf“ oder „hel auf“ (hel= germanische Göttin der Unterwelt, hieraus hat sich Hölle entwickelt) abgeleitet. Karneval wurde ursprünglich gefeiert, um den Winter und die bösen Geister, die bei der Öffnung der Hölle auf die Erde kamen, zu vertreiben.  Die Menschen machten sich mit Kostümen über die Geister lustig. „Helau“ wird in allen Regionen Deutschlands außerhalb Kölns als karnevalistischer Zuruf verwendet.

 

Fazit

 

Beide Begriffe sind regional verschiedene Narrenrufe, die sich die Menschen in der Faschingszeit zurufen. Es gibt allerdings noch weitere Zurufsarten, die sich die jeweiligen Vereine und Clubs gegeben haben.

     
   
 Die wichtigen Tage im Karneval:

 

11.11.XX

 

Am 11.11. jeden Jahres um 11:11 Uhr ist es soweit: die 5. Jahreszeit beginnt. Seit dem 19. Jahrhundert finden an diesem Tag die ersten Veranstaltungen statt. Dieses Datum geht ursprünglich auf den Martinstag, der die 40-tägige Fastenzeit vor Weihnachten  einläutet, zurück. Heutzutage ist der 11.11. von der Vorstellung des Prinzenpaares und der Übergabe des Rathausschlüssels an die Narren und Jecken geprägt.

 

Weiberfastnacht

 

Die Weiberfastnacht, der Donnerstag vor dem Karnevalswochenende, beendet die Zeit des Sitzungskarnevals und bildet den Auftakt des rheinländischen Straßenkarnevals. Zur Weiberfastnacht übernehmen die Frauen die Macht – erobern Rathäuser und schneiden Männern ihre Krawatten ab, sodass diese nur noch mit einem Krawattenstumpf am Hals herumlaufen. Als Entschädigung gibt es ein sog. „Bützchen“ (Küsschen).

 

Seit der Session 2006/2007 feierten die Eisenbahner des KCE im „Volkspark“ den Weiberfasching in einer besonderen Sitzung. In der Session 2011/2012 wechselte der KCE in das "hallesche Brauhaus". Seit der Session 2013/2014 zelebrieren  wir mit tollen Mädels die Weiberfastnacht im Urania.

 

Rosenmontag

 

Niederrheinisches Dialektwort: „rosen" = „rasen" im Sinne von „umhertollen". Der Tag vor der Fastnacht ist demnach der „rasende" oder „tolle" Montag. Interessant: der Termin vom Rosenmontag richtet sich jedes Jahr an dem Osterdatum aus.

 

Aschermittwoch

 

Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit (bis Ostersonntag). Somit hat das karnevalistische Treiben ein Ende und die Macht wird von den Narren wieder abgegeben. Zum Abschluss der Session treffen sich die ehemaligen Jecken – eine rheinländische Tradition – am Abend zum Fischessen.

 

Fazit

 

Der Karneval ist eine ernste Sache. Geprägt und hervorgangen aus religiösen Vorgaben und Riten, hat sich der Karneval zu einer nicht nur bunten und lustigen Gelegenheit zum Verkleiden entwickelt. Wir, der KCE, knüpfen an diese Tradition an, verbreiten mit Ernst, einem zwinkernden Auge und viel Charme den Karneval in unserer Region. Wir leben diesen Umstand und möchten mit vollem Eifer, Interesse und Spaß dieses Brauchtum pflegen, hegen und an die nächsten Generationen weitergeben.

 

Dennoch bleibt am Ende einer jeden Session:

Am Aschermittwoch ist alles vorbei!

(Was die aktive Zeit betrifft ...)

 

 

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Warum, wieso und weshalb nun also der ganze Spaß? 

 

ACHTUNG – jetzt wird’s ausführlicher!

 

Karneval, Fastnacht oder auch Fasching bezeichnet den Zeitraum für die Vorbereitung auf die Fastenzeit. Der Fasching bietet folglich die letzte Gelegenheit zum Vergnügen – z. B. ausgiebiges Essen und Trinken. Der Ursprung, das Ausmaß, die Traditionen sind ebenso wie der Beginn der Fastnacht regional verschieden:

  • Bayern und Österreich: Dreikönigstag,
  • Köln und andere Teile Deutschlands: 11:11 Uhr am 11. November des Jahres und
  • in Teilen Frankreichs und in südeuropäischen Ländern: Quinquagesima, dem Sonntag vor Aschermittwoch.

Meist endet die Fastnacht mit dem Faschings-/Fastnachtsdienstag. Denn am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit – es musste das Fleisch und Fett eines Haushalts aufgebraucht werden. Mit anderen Worten: Die Völlerei und das Vergnügen haben ein Ende.

Der Karneval wird in vielen katholischen Ländern mit ausgelassenen Feiern, Umzügen mit geschmückten Festwägen – sog. Faschings-/Karnevalsumzüge (regional verschieden am Nelkensamstag, Tulpensonntag, vermehrt am Rosenmontag – vor allem in Köln und Düsseldorf – oder Faschingsdienstag), Maskenbällen (Karneval von Venedig), prächtigen Kostümen und Festessen begangen. Das schwäbisch-alemannische Fasnet in Südwestdeutschland und der Nordschweiz (Basler Morgenstreich) ist ebenso dafür berühmt. Weltweit bekannt sind jene Karnevalsfeiern in Venedig, Rio de Janeiro, New Orleans und Louisiana.

Zudem wurden während der Fastnacht die weltliche und kirchliche Ordnung karikiert. Daneben haben sich bis heute der Weiberfasching, die Einsetzung von Narrenregierungen oder das Aushändigen der Rathausschlüssel – in Deutschland am 11.11. des Jahres – erhalten. Interessant: Zum 1. Mal wurde der Fasching im 13. Jahrhundert im Raum Halle/Saale urkundlich erwähnt.

 

Rosenmontag ist die rheinländische Bezeichnung für den Fastnachtsmontag. Die früher üblichen Bezeichnungen wie „blauer" oder „geiler" (fröhlicher) Montag sind auf das traditionelle Nichtarbeiten am Nachmittag des Rosenmontags zurückzuführen. Der Rosenmontag zeichnet sich durch prächtige Karnevalsumzüge, deren Ursprung auf das Jahr 1824 datiert werden kann, aus. Das Komitee, welches für die Vorbereitung der Umzüge verantwortlich ist, wird als Rosenmontagsgesellschaft bezeichnet. Allerdings ist das Brauchtum der Umzüge regional verschieden – so manch einer erfolgt bereits am Nelkensamstag oder wird sogar erst am Fastnachtsdienstag abgehalten.

 

Faschingsdienstag (der Tag vor dem Aschermittwoch, auch Fastnachts- oder Veilchendienstag genannt – also die Nacht vor dem Fasten) läutet das Ende der frönenden Periode und den Beginn der Fastenzeit ein. Am Faschingsdienstag sollte ursprünglich die Nahrung aufgebraucht werden, die während der Fastenzeit nicht gegessen werden konnte.

 

Aschermittwoch ist vom Brauch geprägt, sich als Zeichen der Buße das sog. Aschenkreuz auf die Stirn zu streuen. Dazu wird die Asche der Palmen vom Palmsonntag (letzter Sonntag vor Ostern) des vergangenen Jahres, den Gläubigen auf Stirn bzw. Scheitel vom Priester gezeichnet. Dazu spricht dieser: „Gedenk o Mensch, du bist Staub, und zum Staube kehrest du zurück“. Dies ist seit ca. 1091 üblich. Der Aschermittwoch leitet die Fastenzeit ein, welche am Ostersonntag endet.

 

Fastenzeit bezeichnet den Zeitraum des Fastens und der Buße, die von Christen traditionell in Vorbereitung auf Ostern eingehalten wird. Allerdings gibt es Unterschiede hinsichtlich 1. der Fortdauer und 2. der Intensität des Fastens.

 

Die Dauer der Fastenzeit, in der die Gläubigen nur wenig essen, wurde von Papst Gregor I. um 600 n. Chr. auf 40 Tage festgelegt.

  • In den Ostkirchen gelten sowohl Sams-  als auch Sonntage als Feiertage – somit startet die Fastenzeit 8 Wochen vor Ostern.
  • Bei den westlichen Kirchen, die nur die Sonntage als Feiertage werten, umfasst die Fastenzeit den Zeitraum von Aschermittwoch (7. Mittwoch vor Ostern) bis Ostersonntag.

Ebenso gibt es unterschiedliche Auffassungen was das Ausmaß des Fastens betrifft:

  • In der römisch-katholischen Kirche sind das Fasten und die Abstinenz nur noch am Aschermittwoch und Karfreitag von den Gläubigen unbedingt einzuhalten.
  • Bei den protestantischen und anglikanischen Kirchen gelten andere Arten des Fastens – besondere Betonung liegt bei der Buße.

 

Und noch ein paar interessante Tatsachen:

 

Warum etablierte sich der Fasching nicht in den USA?

 

Heinrich VIII.‘s Reformationen verhinderte den Fortbestand des englischen Faschings. Im Zuge der Eroberung der neuen Welt u.a. durch die britische See- und Kolonialmacht sowie der späteren Konstituierung der amerikanischen Nation, konnte sich demnach der Karneval nicht in den USA festigen – das franzözisch geprägte New Orleans stellt allerdings eine Ausnahme dar.

 

Fasching – Zeit der kulinarischen Köstlichkeiten!

 

Da in der Fastenzeit viele Zutaten verboten sind und hinsichtlich ihres Verderbens aufgebraucht werden müssen, werden diese in der 5. Jahreszeit ausgiebig konsumiert. Hierbei spielen Fleisch, Eier, Hülsenfrüchte, Bohnen (als Zeichen der Fruchtbarkeit) und besonders Fett eine tragende Rolle. Entsprechend herrschen auch Bezeichnungen wie Fettdonnerstag und Fettisdagen vor. Egal, in welcher Region Karneval oder Fasching heute gefeiert wird, es sind stets fetthaltige Köstlichkeiten anzutreffen – sei es das Gebäck, was in Fett ausgebacken oder süß zubereitet wird (Berliner, Krapfen). Verschieden sind alle Leckereien lediglich in ihren Rezepturen.

 

Warum heißt Konfetti eigentlich Konfetti?

 

Konfetti geht auf das italienische Wort „confetti“ (Plural von „confetto“) zurück und bezeichnet Konfekt und Zuckerzeug. Der Ursprung des Wortes ist im römischen Karneval zu finden. Hier bewarfen sich die Maskierten mit Zuckerkörnern und kleinen Bonbons. Heutzutage findet man als Konfetti kleine, bunte Papierschnipsel vor, die vor allem bei Fastnachtsumzügen, aber auch bei anderen Feierlichkeiten in die Luft geworfen werden.

 

Alles klar? Na Wunderbar!!!